Chronologie Abwasserentsorgung Langenorla

Vorgeschichte:

  • 1992
    Im Auftrag der OWA GmbH und der Gemeinde Langenorla wird durch das Ingenieurbüro EWE GmbH, Kronach eine erste Planung für die Abwasserentsorgung Langenorla durchgeführt.

    „Eine von der Gemeinde in Auftrag gegebene Wirtschaftlichkeitsuntersuchung hat die Zweckmäßigkeit eines Anschlusses an die Kläranlage Pößneck nochmals belegt, trotz dem das Abwasser in Richtung Pößneck gepumpt werden muss.“  Kostenschätzung: 26.255.000,00 DM brutto (13.423.986,00 Euro brutto).

  • 1994
    Im Auftrag des Zweckverbandes Orla und der Gemeinde wird durch die Ingenieurgesellschaft Köchel & Partner eine nochmalige Überplanung der Abwasserbeseitigung von Langenorla mit seinen Ortsteilen vorgenommen. Es werden die Varianten
    1. einzelne Kläranlagen in jedem Ortsteil
    2. eine Kläranlage Kleindembach/Langendembach und eine Kläranlage Langenorla
    3. eine zentrale Kläranlage für alle drei Ortsteile unterhalb Langenorla
    4. Überleitung zur Kläranlage Pößneck

näher untersucht. Als Vorzugsvariante wurde die Kläranlage unterhalb Langenorla ausgewiesen. Dies allerdings nur, weil bei der Variante 4 eine Größenordnung von 3 Mio. DM zur anteiligen Finanzierung der Kläranlage Pößneck angenommen wurde. Da beim Bau der Kläranlage Pößneck bereits der Anschluss von Langenorla berücksichtigt war, kann dieser Investkostenanteil entfallen. Damit ist der Anschluss an die Kläranlage Pößneck mit 8.215.425,00 Euro brutto die kostengünstigste Variante.

  • 1994
    erfolgte in Kleindembach mit dem Ausbau der Landesstraße L1108 der Bau einzelner Kanalfragmente vom westlichen Ortseingang/Orlabrücke bis in die Jenaer Straße Höhe Gemeindeverwaltung. Die Maßnahme musste wegen ungünstiger Baugrundverhältnisse abgebrochen werden und kostete 860.000 Euro. (Diese „Fehlinvestition“ wurde in den 1990er Jahren heftig diskutiert und kritisiert.)
  • 2005
    Im Abwasserbeseitigungskonzept von 2005 bis zum Jahr 2014 kommt Langenorla mit seinen drei Ortsteilen nicht vor.
  • 2009
    Im Abwasserbeseitigungskonzept von 2010 bis 2024 war vorgesehen, den Ortsteil Kleindembach in den Jahren 2020 und 2021 für 2,37 Mio. Euro durch eine Freigefälleentwässerung zu erschließen und mit einer Druckleitung an die Kläranlage Pößneck anzubinden.

Die Ortsteile Langenorla und Langendembach sollten ihr Abwasser dauerhaft mittels Kleinkläranlagen behandeln.

  • 2010
    trat die Kleinkläranlagenverordnung des Freistaates Thüringen in Kraft, welche die Abwasserzweckverbände verpflichtete, alle Kleinkläranlagen zu kontrollieren und innerhalb angemessener Fristen den Stand der Technik bei diesen Anlagen durchzusetzen.

Proteste der Bürgerinitiative gegen vollbiologische Kleinkläranlagen:

  • Nach Umsetzung der Kleinkläranlagenkontrollen durch den Zweckverband in den Jahren 2011 und 2012 wurden verstärkt Auflagen zur Reparatur bzw. zum Neubau von Kleinkläranlagen erteilt. Bei zu klein dimensionierten Anlagen oder Anlagen in einem desolaten Bauzustand wurde der Neubau einer vollbiologischen Kleinkläranlage beauflagt. Dies führte allgemein zu erheblichen Bürgerprotesten.
  • 17.01.2012
    Bürgerversammlung zu Kleinkläranlagen in Langenorla
    – OTZ vom 12.01.2012
    – OTZ vom 19.01.2012
  • 30.01.2013/01.02.2013
    Information zum Thema Kleinkläranlagen in Kleindembach und Langendembach
    – OTZ vom 24.01.2013
  • 19.07.2013
    Bürgerversammlung im Beisein des Umweltausschusses des Thüringer Landtages in Langenorla
    – OTZ vom 22.07.2013
  • 2013
    Im Auftrag des Zweckverbandes Orla wird durch das Ingenieurbüro Gansloser, Schleiz für Langenorla mit ihren drei Ortsteilen ein Variantenvergleich der Kosten für eine Freigefälleentwässerung im Ortsbereich und Überleitung zur Kläranlage Pößneck und einer reinen Druckentwässerungsvariante für alle drei Ortsteile gerechnet. Die Druckentwässerung war dabei mit 3.853.160,00 Euro brutto die Vorzugslösung.
  • 11.10.2013
    Einwohnerversammlung in Langenorla im Zusammenhang mit der Überarbeitung des Abwasserbeseitigungskonzeptes im Jahr 2013
    – Einladung in der OTZ vom 07.10.2013
    » Einladung im Amtsblatt der VG Oppurg vom 10.10.2013     » jetzt lesen …
    Leider war kein Vertreter der OTZ zu dieser wichtigen Einwohnerversammlung anwesend. Deshalb wurde in der Presse auch nicht darüber berichtet.

Der Inhalt dieser Veranstaltung lässt sich wie folgt zusammenfassen:

Vom Zweckverband wurde erklärt, dass zur Erfüllung der Zielstellungen der EU-Wasserrahmenrichtlinie bis 2030 noch ca. 4.000 Einwohner an die Kläranlage Pößneck anzuschließen sind. Die Phosphatbelastung muss auch im Oberflächenwasserkörper Untere Orla (in dem Langenorla liegt) wesentlich gesenkt werden.

 Der Anschluss der gesamten Gemeinde mit ihren drei Ortsteilen mittels einer Freigefälleentwässerung würde den Zweckverband 7,8 Mio. Euro kosten. Diese Größe kann bis 2030 nicht eingeordnet werden. Es würde aber die Möglichkeit bestehen, alle drei Ortsteile durch eine Druckentwässerungslösung mit individuellen Hebeanlagen in jedem Grundstück zentral zu erschließen, was lediglich 3,8 Mio. Euro kosten würde. In einer ähnlichen Veranstaltung haben sich die Einwohner von Neunhofen bereits für eine solche Variante ausgesprochen, um eine Lösung mit vollbiologischen Kleinkläranlagen zu vermeiden. Dies bedeutet aber, dass in allen drei Ortsteilen von Langenorla eine solche Druckentwässerung hergestellt werden muss. Sowohl die Investitionskosten als auch die Betriebskosten von Grundstückspumpstationen sind deutlich günstiger als die von vollbiologischen Kleinkläranlagen.

Im Resümee wurde diese Veranstaltung als Erfolg gewertet, da der Bau von vollbiologischen Kleinkläranlagen damit vom Tisch wäre.

  • 15.10.2013
    Beschluss des Gemeinderates Langenorla zur Druckentwässerung für alle drei Ortsteile der Gemeinde.
    – Schreiben der Gemeinde Langenorla vom 23.10.2013     » jetzt lesen …
    – Amtsblatt VG Oppurg Nr. 11/2013

Abwasserbeseitigungskonzept 2013 und Grundsatzbeschluss zur Anpassung an den Stand der Technik:

  • 12.11.2013
    Verbandsversammlung des Zweckverbandes Wasser und Abwasser Orla

Beschluss zur Anpassung vorhandener Abwassereinleitungen an den Stand der Technik mit dem Hinweis, dass vom Zweckverband Orla für alle Orte und Ortsteile, die bis 2030 an zentrale Anlagen angeschlossen werden, keine Umrüstung der Grundstückskläranlagen auf den Stand der Technik (Vollbiologie) gefordert wird

In Orten und Ortsteilen, die bis 2030 nicht an eine zentrale Abwasserbehandlungsanlage angeschlossen werden sollen, wird schrittweise die Umrüstung auf den Stand der Technik (Vollbiologie) gefordert.

Es wurde darauf hingewiesen, dass hierfür durch den Freistaat Thüringen Fördermittel für die Umrüstung oder den Neubau der Grundstückskläranlagen gewährt werden.
– Beschluss über die Anpassung vorhandener Abwassereinleitungen an den Stand der Technik einschließlich Anlage „Grundsätze zur Anpassung …“ vom 12.11.2013     » jetzt lesen …

Beschluss des Abwasserbeseitigungskonzeptes 2013 bis 2030 u. A. mit der Neuaufnahme des Ortsteils Neunhofen und der drei Ortsteile von Langenorla für einen zentralen Anschluss mittels Druckentwässerung
– Vorstellung und Beschluss der Fortschreibung des Abwasserbeseitigungskonzeptes 2013 bis zum Jahr 2030 vom 12.11.2013     » jetzt lesen …
– OTZ vom 14.11.2013
– Anlage zum Beschluss „Abwasserbeseitigungskonzept Fortschreibung 2013“     » jetzt lesen …

Für Langenorla war dafür folgende Zeitschiene vorgesehen:

2021 – 2023 Anschluss des Ortsteils Kleindembach

2028/2029 Anschluss des Ortsteils Langenorla

2029/2030 Anschluss des Ortsteils Langendembach

  • Nach Vorliegen der Übereinstimmungsfeststellung der Wasserbehörden zum Abwasserbeseitigungskonzept 2013 des Zweckverbandes Orla wurde dieses im Amtsblatt des Saale-Orla-Kreises vom 13.06.2014 und in der Kundenzeitschrift Orlawasser vom Juli 2014 veröffentlicht.
    – Amtsblatt Saale-Orla-Kreis vom 13.06.2014     » jetzt lesen …
    – Orlawasser vom Juli 2014     » jetzt lesen …
  • Im Thüringer Landesprogramm Gewässerschutz 2016 – 2021 wird im Maßnahmeplan zur Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie in der 2. Bewirtschaftungsperiode für den Oberflächenwasserkörper Untere Orla vorgesehen:
    Umschluss der Kläranlage Kleindembach Wohngebiet an die Kläranlage Pößneck
    Neuanschlüsse in Kleindembach 80 Einwohner
    – Thüringer Landesprogramm Gewässerschutz 2016 – 2021, siehe Maßnahmenteil auf Seite 185
    Nachfolgenden Link aufrufen und im Suchfeld eingeben: KA Kleindembach
    » zum Thüringer Landesprogramm …
  • 2018
    Für ausgewählte Maßnahmen, die im Landesprogramm Gewässerschutz enthalten sind, wird eine neue Fördermittelrichtlinie „für die Förderung ausgewählter Maßnahmen der Abwasserentsorgung“ aufgelegt. Diese Förderung würde auch für das Pumpwerk und die Überleitungsdruckleitung zur Kläranlage Pößneck greifen. Es wurde entschieden, dieses Programm zu nutzen und die Förderung bereits für 2020 zu beantragen.

Es geht los in Langenorla…:

  • Da nur das Pumpwerk und die Überleitung der Abwässer von Kleindembach zur Kläranlage Pößneck nach dieser neuen Fördermittelrichtlinie förderfähig sind, wurde die Maßnahme im 2019er Haushaltsplan des Zweckverbandes Orla in die Investitionsvorschau für 2020 eingeordnet. Damit konnte 2019 die Vorbereitung der Maßnahme beginnen.
  • 20.11.2018
    Beschluss des Haushaltes 2019 mit Aufnahme der Investition Kleindembach zur Kläranlage Pößneck für 2020
  • 04.06.2019
    Informationsveranstaltung in Kleindembach zum Beginn der Anschlussmaßnahmen der Gemeinde Langenorla an die Kläranlage in Pößneck mit Vorstellung der einzelnen Bauabschnitte durch das Ingenieurbüro.
    – OTZ vom 06.06.2019     » jetzt lesen …
  • 19.11.2019
    Beschluss des Haushaltes 2020 durch die Verbandsversammlung des Zweckverbandes Orla, darin enthalten war neben dem Investitionsplan auch der Anschluss von Kleindembach an die Kläranlage Pößneck
  • 12.12.2019
    Einwohnerversammlung in Langenorla, auch zum Beginn der Abwassermaßnahmen in der Gemeinde
    – OTZ vom 14.12.2019     » jetzt lesen …
  • 21.12.2019
    Der Gemeinderat Langenorla beschließt den Verlauf der Abwassertrasse nach Pößneck
    – OTZ vom 21.12.2019

… die Baumaßnahme kommt ins Laufen:

  • 31.01.2020
    Der Haushalt des Zweckverbandes Orla wird im Amtsblatt des Saale-Orla-Kreises veröffentlicht. Damit beginnt die abgestimmte Terminkette zur Baumaßnahme mit der öffentlichen Ausschreibung im Thüringer Staatsanzeiger.
  • 07.02.2020
    In der OTZ wird für den 13.03.2020 eine Einwohnerversammlung der Gemeinde und des Zweckverbandes in Langenorla angekündigt. In dieser Versammlung sollte zu den Abwasserbeseitigungsmaßnahmen in Langenorla informiert werden.

Vom Zweckverband Orla war nach der Auftragserteilung für die Baumaßnahme in der 14. oder 15 Kalenderwoche eine gesonderte Anwohnerversammlung der direkt betroffenen Einwohner mit Vertretern des Baubetriebes vorgesehen, um über den Ablauf der Maßnahme zu informieren. Zu dieser Versammlung konnte aufgrund der Corona-Pandemie nicht mehr eingeladen werden.

  • 27.02.2020
    Der Zuwendungsbescheid der Thüringer Aufbaubank zur Ortsentwässerung Kleindembach 1. BA und Überleitung an die ZKA Pößneck geht im Zweckverband Orla ein.
  • 03.03.2020
    Die Angebote der öffentlichen Ausschreibung für die Baumaßnahme werden geöffnet. Es haben sich vier Bieter mit Angeboten zwischen 1,15 Mio. Euro und 1,8995 Mio. Euro beteiligt.
  • 20.03.2020
    In der Verbandsausschusssitzung des Zweckverbandes Orla wird der Zuschlag für die Baumaßnahme an das Unternehmen Schwall + Mayer GmbH, Neustadt an der Orla beschlossen und danach der Auftrag erteilt.
  • 20.04.2020
    Dieses Datum wird vom Baubetrieb nach Auftragserteilung als konkreter Baubeginn benannt.

Da aufgrund der inzwischen eingetretenen Corona-Pandemie keine Einwohnerversammlungen mehr stattfinden können, wurde die Einwohnerversammlung der Gemeinde am 13.03.2020 abgesagt und auch die vor Baubeginn geplante Anwohnerversammlung des Zweckverbandes Orla konnte nicht mehr durchgeführt werden.

Anstatt der vorgesehenen Anwohnerversammlung wurde entschieden, in Kleindembach und Schweinitz eine „Anwohnerinformation des Zweckverbandes Orla“ vom 02.04.2020 an die betroffenen Anwohner entlang der Trasse in die Briefkästen zu verteilen, in welcher sie über die Baumaßnahme selbst sowie die hierfür festgelegten Ansprechpartner informiert wurden. Dies erfolgte umgehend.
– Anwohnerinformation vom 02.04.2020     » jetzt lesen …